Ein Brand von und zu Apfel
Wenn man sich das Ausgangsprodukt mal so anschaut – den Roten Boskoop vom Obstgut Schönborn in Schleswig-Holstein – dann denkt man nicht gerade an Paparazzi-Aufnahmen von Adligen aus der Klatschpresse, schönem Jet-Set oder märchenhaften Kronprinzessinnen.
Der Boskoop, naja, ist halt eher das hässliche Entlein aka ungeliebte Stieftocher unter den Äpfeln: knorrig, unregelmäßig und unscheinbar.
Aaaaber wir alle wissen ja, dass am Ende dann doch ein schöner Schwan / die Goldmarie / eine Prinzessin draus wird, und so geschieht’s auch hier.
Denn die inneren Werte… Donnerknispel! Präsente Säure, dichte Aromen und eine Balance zwischen Süße und würziger Komplexität, die man nicht ganz so häufig findet.
Die Ernte erfordert viel, viel Geduld, denn weil die Äpfel keinen Deut nachreifen, müssen sie am Baum ihre volle Reife erreichen, sonst bleibt der Brand dünn und uninteressant.
Wir haben es geschafft, ein paar hundert Kilo dieser Äpfel in den Kessel zu befördern und daraus etwas wirklich Besonderes zu schaffen: Einen Brand, der mit Zitrusnoten beginnt, über würzige Anklänge von Nelke und Muskat führt und in reifer Apfelschale ruht.
Mit den Jahren gesellt sich eine subtile Honig-Wärme hinzu, die Trockenfrüchte-Aromen treten deutlicher hervor.
Wahrhaftig kein alltäglicher Apfelbrand. Und man muss übrigens auch kein Prinz sein, um ihn zu lieben.

