Pflaumenaugust
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Dieser Schnaps heißt nicht Brausepaul: unser Pflaumenaugust.

Aus dem Lexikon der längst vergessenen Wörter stammt das Wort „Pflaumenaugust“. Und weil es unter all den Pfosten, Läuchen und Weirdos so selten geworden ist, mussten wir unseren Pflaumenschnaps einfach so nennen.

Der Name passt aber auch wirklich hervorragend zur Haferpflaume, die hier verarbeitet wird, ist sie doch nicht gerade das, was man Marktfrucht nennen würde. Klein, eigensinnig und dünnschalig wie sie ist, würde sie in modernen Obstkisten eher nerven. Außerdem interessiert sie sich einen feuchten Kehricht für den Geschmack der breiten Masse. Sie schmeckt, wie sie schmeckt. So nämlich, Ihr Dödel!

Genau deshalb findet man sie nur noch vereinzelt in der Ortenau, jener Gegend zwischen Schwarzwald und Rheinebene, wo solche Sorten seit Generationen gedeihen, und das auch nur, weil jemand hartnäckig genug war, sie zu kultivieren.

Die Ernte ist echte Arbeit, denn jede einzelne Frucht muss von Hand gepflückt werden, und das ist so aufwendig, dass es eigentlich eher heißen müsste: man bittet und bettelt sie vom Baum.

Aber es lohnt sich, denn in der Reife entwickelt die Haferpflaume eine Aromatik, die nichts von ihrer Wildheit eingebüßt hat. Honig und reife Mirabelle, leichte Mandelnoten, ein ganz dezentes, florales Aroma.

Das alles kommt in einer angenehmen Ausgewogenheit daher und erzählt uns gemütlich von einem Terroir, das solche Eigenwilligen noch hervorbringt. Süß-fruchtig und mild würzig zugleich, weich und rund im Gaumen.

So muss eine Pflaume schmecken.