Summa kum quat
Die Kumquat hat allein schon deshalb Beachtung verdient, weil sie so heißt, wie sie heißt: Kumquat.
Kumquat, Kumquat, Kumquat.
Zur einen Hälfte Latein, zur anderen Hälfte Quatsch. Erinnert in Gänze an die Zeiten in der letzten Reihe im Schulbus, als man die Hausaufgaben abschreiben wollte, aber, hey: der Karl aus der Parallel hatte Zigaretten dabei, und wie die Geschichte ausging, hat jeder von uns in allerlei Schattierungen selbst erlebt.
Zurück zur Quatschfrucht. Eigentlich nämlich ist sie ein sich ständig änderndes Gesamtkunstwerk, das man erst versteht, wenn man sie isst. Diese Wandlung haben wir eingefangen. Zuerst wird man ein wenig getäuscht: die Schale dominiert mit Süße, Mandarinenfülle und einem Hauch von Blütenhonig. Und gerade, wenn man sich in diesen Schmeichel kuschelt, wirft das Fruchtfleisch von hinten mit kleinen Papierkügelchen und rüttelt einem mit einer kräftigen, fast aggressiven Säure von Zitrone und Limette den Gaumen wach.
Im Nachhall dann die eigentliche Komplexität: ätherische Zitrusschalenöle, eine feine Bitterkeit von Bitterorange und hauchzarte, harzige Noten, die lange nachhallen.
Der Musikprofessor würde hier nicht von einem sanften Geist sprechen (den er heimlich in der Schublade hätte), sondern von einer Sinfonie in drei Sätzen.
Hat er nicht ganz unrecht, der Herr Professor.
Aus sizilianischen Kumquats, handwerklich destilliert.

